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(Samstag, 05.06.2004) - Welch ein Kontrast zum vorigen Tag ! Gestern noch mediterrane Temperaturen bei üppigem Grün, heute schneebedeckte Berge mit zugefroren Seen.

Von der Cote d ‚ Azur hatte ich mich entlang der italienischen Riviera auf den Weg in die Schweizer Berge gemacht. In einem Rutsch wollte ich den Rückweg nach Deutschland nicht antreten, sondern wollte einen Stopp in den Schweizer Bergen machen. Die Autobahn von der französischen Grenze bis nach Genua ist spektakulär weit oberhalb des am Hang mit Blick auf das Meer gelegen. Die Straße wird nur in regelmäßigen Abständen von Tunneln unterbrochen, um dann wieder herrliche Blicke auf die Städte und Ortschaften zu bieten.

Die Autobahn führt dann irgendwann weiter Richtung Norden durch die Po-Ebene. Gegensätzlicher können Landschaften nicht, am Meer spektakuläre Blicke, im Landesinneren graue und triste Ort in einer absolut platten Ebene. Nach mehreren Stunden Fahrt ist endlich der Lago Maggoire erreicht. Kurz vor Domodossola endet die Autobahn. Von hier aus geht es über den gut ausgebauten Simplon-Pass weiter Richtung Schweiz.

Es ist wenig los an diesem Tag. Die Wolken hängen tief, die Eindrücke von eben noch fast 30 Grad zu 0 Grad auf der Simplon-Passhöhe könnten krasser nicht sein. Die Schweiz empfing mich mit leichten Schneefall. Von Goppenstein im Lötschental nahm ich die Autoverlade. Passtraßen, die mir die Autofahrt ermöglicht hätten, waren noch nicht freigegeben. So ging es mit der Schweizer Bundesbahn bequem in kurzer Fahrt nach Kandersteg.

Als Ziel hatte ich mir Brienz am Brienzer See ausgesucht. In einem netten Hotel, dem „Lindenhof“ fand ich ein schönes Zimmer mit Blick auf den See. Ausgeruht startete ich am nächsten Tag nach Grindelwald. Vor Jahren war ich mit der First-Bahn von Grindelwald aus, hoch zum Bachalpsee gefahren. Dies wollte ich auch heute machen.

Im Sommer ist dies normalerweise eine herrliche Tour nur mit ganz wenigen Steigungen entlang von blühenden Bergwiesen, jeden Moment das wunderschöne Panorama der Grindelwalder Berge vor Augen. Jetzt war es zwar Anfang Juni, im nachhinein realistisch gesehen viel zu früh für eine Tour auf 2184 m Höhe.

Oben an der Bergstation First empfing mich eine noch fast geschlossene Schneedecke. Der Weg zum Bachalpsee auf 2272 m Höhe war allerdings für Wanderer freigeräumt worden, so daß ich über eine Stunde mit knapp 100 Höhenmeter bis hin zum See kommen konnte. Der Himmel riß zwischendurch immer wieder mal auf, so daß die tiefverschneiten Berge in funkelndes Licht getaucht wurden. Der Weg war mit wasserfesten Schuhen gut zu machen. Ich war nur oft erstaunt, wenn ich fast durch einen Tunnel von Schnee ging, so hoch lag er noch rechts und links des Weges. Nur an ganz wenigen Stellen war der Schnee schon so weit abgetaut, daß sich die ersten Blumen zeigten.

Am See angelangt waren die Steine vor der Sommer-Viehhütte vom Schnee freigeräumt. Nie habe ich mich in diesem Urlaub mehr über eine warme Tasse Tee aus der Thermoskanne gefreut. Auch wenn das Wetter nicht optimal war, war es dennoch eine ganze eigene Erfahrung mit einer Hochgebirgswanderung. So kam erst gar keine Wehmut auf, als ich am nächsten Tag wieder zurück nach Deutschland fuhr.

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Grindelwald/ First - Bachalpsee

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Wanderung in Grindelwald von der Bergstation First (2184 m) zum Bachalpsee (2272 m), Dauer: 1 Stunde pro Strecke

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