Wieviele Klischees hat nicht jeder schon über Capri gehört ? Wieviele Bilder sind nicht schon von Capri gemacht worden ? Und trotzdem ist es eine Naturschönheit, die alle Erwartungen übertrifft. Die Insel ist keineswegs sanft und geduckt, sondern von einer majestätischen Steilwand beherrscht, wie sie ansonsten nur in alpinen Gegenden vorkommt. Die schroffe Felswand spaltet die lang gestreckte Insel in zwei gleich grosse Hälften und Gemeinden: das mondäne Capri einerseits und das provinzielle Anacapri andererseits – verbunden nur durch eine abenteuerliche Serpentinenstrasse.
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(Freitag, 01.07.2005) – Capri
Die Anreise nach Capri von Sorrent aus, gestaltet sich einfach. Es gibt einen so dichten Fahrplan von Schiffen, daß man nicht unbedingt en minute im Hafen sein muß. Als ich am Hafen ankam, fuhr gerade als nächstes ein normales Ausflugsboot nach Capri rüber. Es gibt aber neben diesen Fährschiffen (den Traghetti) auch Schnellboote (die Aliscafi). Die Fahrtzeit der Schnellboote beträgt ca. 20 Minuten und sie kosten ca. das Doppelte, was die Fährschiffe bei ca. 40 min Fahrtzeit und ca. 8,00 Euro kosten. Das gleichzeitige Lösen von Hin- und Rückfahrkarten lohnt sich nicht, man ist dann nur an eine Gesellschaft und Fahrplan gebunden. Wenn man flexibel sein will, sollte man sich die Abfahrtszeiten notieren und kurz vor Abfahrt ein Ticket lösen. Das letzte Schiff zurück nach Sorrent ging circa 19.30 Uhr. Auf Capri kehrt dann Ruhe von den Tagestouristen ein.
Tagsüber ist allerdings der Bär los. In Capris Hafen Marina Grande kommen oft gleichzeitig mehrere Boote und auch Tender von Kreuzfahrtschiffen an. Die Überfahrt war heute Vormittag für mich sehr bewegt gewesen. Der Wind war bei circa Windstärke 5 bis 6 und das Schiff hatte ganz schönen Wellengang, nichts für sensible Mägen. Die Bootsfahrten zur Blauen Grotte waren daher eingestellt worden für den heutigen Tag, zu windig, zu viel Wellengang. Schade !
Ich entschied mich stattdessen mit dem kleinen Minibus hoch nach Anacapri zu fahren. Vorher noch einen kleinen ersten Rundgang durch Capri und dann mit den Bussen, vollgedrängt und in einem Affenzahn hoch nach Anacapri. Beim Befahren der Strasse verstand ich, warum die Busse nicht grösser waren, sie hätten nicht um die Kurven gepasst. Die Fahrt war wieder nichts für sensible Mägen.
Von Anacapri geht eine Sesselbahn, die Seggiovia, auf den 599 m hohen Monte Solaro. Schwindelfrei sollte man für diesen 10-minütigen Flug mit der Sesselbahn schon sein. Gemächlich glitt ich in meinem Sitz über die Gärten und Parzellengrundstücke hinweg. Oben öffnete sich mir ein großartiges Panorama, getrübt nur durch leichten Dunst. Der Blick ging in alle Himmelsrichtungen, besonders schön fand ich den Blick über die Insel Richtung Capri-Ort.
Unten im Ort war Mittagszeit und an der Kirchenpiazza in Anacapri fand ich ein gemütliches Lokal, in dem sich die Mittagshitze gut verbringen ließ. Der Bus brachte mich zurück nach Capri-Ort, wo ich nach Lust und Laune durch den Ort schlenderte. Von der Zeit her schaffte ich noch einen Spaziergang zum Arco Naturale im östlichen Teil der Insel.
Capri-Ort ist eine Mischung aus mondänen Hotels und Häusern, unzähligen Luxus-Boutiquen, Cafes, Restaurants und dazwischen immer wieder kleine, versteckte Winkel, in denen das Alltagsleben Capris zu sehen ist. Es hätte noch so viel zu sehen gegeben, daß dieser eine Tag bei weitem dafür nicht ausgereicht hat.
Am Abend ging es dann mit der Standseilbahn von Capri-Ort zurück nach Marina Grande. Das Schiff schaukelte auf dem Rückweg zum Glück weniger, so daß ich nach einer dreiviertel Stunde wieder zurück in Sorrent war.
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Capri
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