Eine grandiose Kulisse für einen nobelen Küstenort, auf keinen Fall sollte man sich diese Küstenperle entgehen lassen, aber nur ohne Auto, nicht mit knurrendem Magen und ohne Übernachtungsabsicht. Ansonsten - Vorhang auf!
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(Mittwoch, 06.07.2005) – Fahrt nach Portofino
Das Wetter hatte sich wieder beruhigt, morgens war es schon angenehm war und die Sonne schien als ich aufwachte. Auf „meiner“ Terrasse zu sitzen und seinen „Nachbarn“ zu zuschauen, wie sie Zelte aufbauten, diese wieder zusammenkrachten, Familien ihre Wäsche machten, auch „mein“ Campingplatz hatte etwas von einem kleinen italienischen Dorf, nur eben deutschsprachig.
Heute morgen entschied ich mich zum Strand von Levanto runterzugehen. Der Strand wird zum Ort hin abgegrenzt durch den alten Bahndamm. Das alte Bahngebäude ist noch gut zu erkennen. Das Gebäude und auch der Damm sind heute gut ins Ortsbild integriert und es lässt sich auf darauf flanieren. Ich suchte mir etwas die Bucht rauf einen trockenen Liegeplatz, holte mir vorher noch meine morgendliche Zeitung und genoß dann die vormittägliche Sonne.
Das Wasser war vom gestrigen Sturm noch ganz aufgewühlt und hier in der Bucht fast milchig vom aufgewirbelten Schlamm. Der Strand war trotzdem schon voll und ich hatte Mühe auf dem freien Strand ohne Schirme und Verleih einen guten Platz zu finden.
Nach einigen Stunden Muße entschied ich mich nach Portofino zu fahren. Ich hatte keine genaue Vorstellung, wie der Ort aussah, der Reiseführer beschrieb ihn aber sehr schön und vom Wortklang hörte er sich einladend an.
Über die Autobahn ging es schnell nach Rapollo. Durch den Ort führte der Weg über Santa Margherita nach Portofino. Santa Margherita lag direkt am Wasser und die Innenstadt war hier wie eine Theaterbühne für den Hafen und das Meer gelegen. Der Weg bis Portofino hin, war klein, schmal aber sehr schön zu fahren.
Heute, an einem ganz normalen Wochentag, war es ein leichtes nach Portofino hineinzufahren. Am Wochenende haben die Schilder, ab hier eine Stunde, zwei Stunden, usw. Wartezeit sicherlich eine ganz andere Bedeutung. Wenn man den Ort nicht kennt, kann man die Schilder nicht einschätzen, aber wenn man dort ist, versteht man sie. Es gibt im Ort nur einen Platz, sein Auto zu lassen und das ist im örtlichen Parkhaus, es gibt einfach aus reinen Platzgründen keine andere Möglichkeit. Heute war es einfach, ranfahren, reinfahren, sehen, daß eine Stunde vier Euro Parkgebühr kostet, einmal schlucken und dann die schöne Kulisse am Meer genießen.
Portofino war eine noch perfektere Theaterkulisse als Santa Margherita. Eine geschwungene Bucht mit versteckten Ecken zum Baden, viel Grün, schöne Häuser versteckt am Hang, verschwiegene Wege mit schönen Aussichten, was wollte ich mehr für einen entspannten Nachmittag.
Im Hafen lagen viele interessante Schiffe, kleine Fischerboote, schnelle Motorschiffe, protzige Yachten, stolze Segelschiffe, für jeden Geschmack war etwas dabei. Den perfekten Blick hatte ich auf diese ganze Bühne oben vom Castel Brown.
Erst hatte ich keine Lust hoch zu gehen, der Eintritt kostete schließlich sechs Euro. Aber die Aussicht war jeden Cent wert. Im Inneren gab es eine Fotoausstellung mit Stars und Sternchen aus den 50 er und 60 er, alles schwarz- weiß. Es passte zu diesem Haus und zu diesem Ort.
Oben von der ehemaligen Wohnzimmer-„Terrasse“ lagen mir die Bucht, der Ort und das Meer bis nach Rapollo zu Füssen. Eine schrecklich- organenes Kreuzfahrtschiff von Easycruise (die Schifffahrtslinie von Easyjet) störte zwar ab und an die schöne Aussicht, aber ansonsten konnte ich verstehen, warum das Ehepaar Brown viel Geld in die Renovierung dieser alten mittelalterlichen Burganlage stecken konnte. Heute ist alles ein Museum und gehört der Stadt Portofino, aber die Mühe hinaufzugehen und auf die Terrasse und in den Garten ist es allemal wert. Selten ist es so einfach, den Grund für das gewisse Etwas eines Ortes sichtbar zu machen.
Zufrieden machte ich am frühen Abend auf den Weg und verbrachte noch einen angenehmen Abend auf meiner „Terasse“, bevor ich am nächsten Morgen wieder meine Zelt abbrechen musste.
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(Donnerstag 07./ Samstag 09.07.2005) – Rückfahrt über die Provence
Es hieß Abschied nehmen von Italien. Für den Rückweg entschied ich mich noch einen Tag in der Provence zu stoppen. Ich wollte noch die Ockerbrüche von Rousillion besuchen, bevor ich wieder endgültig nach Hause fahren musste.
Nach einer mir sehr lang vorkommenden Fahrt in die Provence kam ich Donnerstags abends in Apt an. Mittags hatte ich eine Pause in Nizza gemacht und war bei den Restaurant-Preisen wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Italien hatte mich da schon sehr verwöhnt, Nizza war da wieder Alltag.
Auch das Wetter war nicht mehr so warm und sonnig wie in Italien. Meine Fahrt vorbei an den blühenden Lavendelfeldern gestaltete sich sehr windig und mit vielen Wolken. Trotzdem war es schön, einen kurzen Streifzug durch die Provence zu unternehmen. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich bei meinem ersten Lavendel-Feld ausstieg. Der Geruch haute mich beinahe um. So intensiv hatte ich das nicht erwartet.
Die Ockersteinbrüche in Rousillion kann ich nur jedem empfehlen ,der sich für Farben, Malerei, Bergbaugeschichte oder Geologie interessiert. Ocker so weit das Auge reicht, bei den Farben fiel mir vergleichbar nur der Bryce-Canyon in den USA ein, so intensiv war der Kontrast zwischen Farbe und Himmel. Wenn es lange nicht geregnet hat, ist es aber auch staubig und so brachte ich am Samstag Schuhe mit nach Hause, die noch lange ihre Ocker-Farbe behalten haben.
Was soll ich als Abschluß sagen ? Gefallen hat es mir ! Die äußeren Rahmenbedingungen passten sehr gut, ich habe viele interessante Dinge gesehen, abwechselungsreiche Landschaften kennen gelernt und mich mit fast allen „Nachbarn“ auf den Campingplätzen wohlgefühlt. Die Kontraste zwischen der Bergwelt Südtirols, dem Flair von Sorrent und der Amalfi-Küste, der Geschichte Toskana und der Cinque Terre waren zwar sehr stark, aber gerade dies hat alles – gerade weil es so abwechselungsreich war - einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.
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Portofino
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