Unübersetzbar, unbeschreiblich schön und schon längst kein Geheimtipp mehr. Die "Fünf-Länder-Küste" ist mit Abstand das schönste, was die Riveria di Levante zu bieten hat. Ein landschaftlicher Hochgenuß steil über dem Meer, nur 15 km lang.
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(Sonntag, 03.07.2005) – Fahrt von Sorrent an die Cinque Terre
Die Neapolitaner kommen, ich gehe. Es ist Sonntag und bei wunderschön, sonnigem Wetter macht wohl halb Neapel einen Ausflug ans Meer. Ich verlasse Sorrent und Kilometer um Kilometer fahre ich gegen den Strom der Autos mit Menschen, Mamas, Bambinis, Surfbrettern und Luftmatratzen, die alle ans Meer wollen. Es ist später Morgen und ich fürchte, sie müssen viel Geduld haben. Parkplätze sind rar und vorwärts geht es nur im Schneckentempo.
Ich hingegen fahre mit einem letzten Blick auf Neapels Häuserschluchten und den Vesuv auf der Autobahn wieder Richtung Norden. Wieder geht es 500 km entspannt auf der Autobahn, bevor ich am späten Nachmittag an meinem Ziel ankomme: Levanto an der Cinque Terre – Küste, einem Ort ca. 80 km südlich von Genua und 40 km nördlich von La Spezia.
Ich hatte mich für Levanto entschieden, weil es als einziger Ort an der Cinque Terre – Küste Zeltplätze hatte. Alle anderen Orte haben keinen Campingplatz, zumal machte der Ort von der Beschreibung her einen netten Eindruck, er gefiel mir mehr als La Spezia zum Beispiel.
Die Autobahn A 12 von La Spezia kommend geht hoch oben durch die Berge und es dauert alleine fast eine viertel Stunde, bis ich von der Autobahnausfahrt am Ortsrand von Levanto bin. In weiten Serpentinen geht es runter und die Aussicht auf den Ort und die Bucht von oben ist wirklich toll. Es lohnt sich am Straßenrand anzuhalten und ein Foto zu machen.
Mein Campingplatz, für den ich mich entschieden hatte, „Acqua Dolce“, ist im Ort gut ausgeschildert und lag sehr zentral am Altstadthügel. Ich muß gestehen, am Anfang war er mich gar nicht so sympathisch: eng, voll und keinen direkten Parkplatz am Zelt. Ich muß aber auch sagen, zum Schluß hatte ich ihn und vor allem den Ort richtig lieb gewonnen.
Vom Publikum her, war er fest in deutscher Hand und ich kam mir vor, wie in einem kleinen deutschen Dorf auf dem Lande. Zu dem waren durch die „Größe“ der Plätze hauptsächlich Zelte auf dem Platz, was heute nicht mehr unbedingt selbstverständlich ist. Heute dominieren ja eher Wohnwagen und Wohnmobile. Die sanitären Anlagen waren okay, ich musste allerdings immer daran denken, daß um 22.00 Uhr das heisse Wasser ausgeschaltet wurde. Die Anlage war gepflegt und irgendwie gemütlich (wahrscheinlich weil alle Deutsch sprachen, viele sich grüßten und ich nach zwei Tagen schon den halben Platz kannte.
Nachdem ich mich, mein Auto und mein Zelt irgendwie untergebracht hatte, rundete ich diesen ersten Tag an der Cinque Terre mit einem Spaziergang am Sandstrand und durch den Ort ab. Lange noch saß ich lauschig draußen und genoß das schöne Sommerwetter.
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(Montag, 04.07.2005) – Wanderung von Riomaggiore nach Vernazza
Mein erster richtiger Tag an der Cinque Terre. Das Wetter schien heute stabil zu sein, also entschied ich mich mit dem Zug von Levanto bis nach Riomaggoire zu fahren. Der Bahnhof liegt am Ortsrand an der Bahnstrecke von Genua nach La Spezia. Es halten Regionalzüge und Eilzüge und die Taktfrequenz ist so, daß ich bei einem längeren Aufenthalt oft auf das Auto hätte verzichten können.
Um zum Bahnhof zu kommen, musste ich quer durch Levanto und bekam so schon einen guten Einblick in das örtliche Leben. Gemächlich ging es zu, die Innenstadt ist für Autos gesperrt, es gibt einige nette Geschäfte für den touristischen Bedarf und eine ganze Menge, wo alle möglichen Arten von Essen und Trinken angeboten werden.
Am Bahnhof gab es erstmals in diesem Urlaub wieder tagfrische deutsche Zeitungen. Die Linie La Spezia – Arezzo ist die Grenze, wo es tagfrische deutsche Zeitungen gibt. Auch ein späterer Aufenthalt bestätigte es, daß in den kleineren Orten südlich nur die vom Vortag gibt (okay, bis auf die Bild-Zeitung, aber die bringt ja auch eine „Italien“-Ausgabe heraus ...).
Der nächste Zug für mich wäre der um 10.45 Uhr gewesen, aber wer in Italien mit dem Zug fährt, muß sich an Verspätungen, Zugausfälle und ganz viel Geduld und Langmut gewöhnen. Es fielen an diesem Vormittag zwei Züge aus und einer hatte so viel Verspätung, daß mich ich kurz vor 12 endlich auf die 20 – minütige Bahnfahrt nach Riomaggiore machen konnte. Ganz viele Touristen hatten sich angesammelt, man tauschte, Zeitungen, Bücher und Reiseerfahrungen aus. In Deutschland hätte wahrscheinlich die Hälfte den Bahnhofsvorsteher gestürmt.
In Riomaggiore angekommen, musste ich als erstes eine Art Tagesticket für die Wanderung entlang des Cinque Terre – Wanderweges lösen. Dieser beinhaltet auch gleichzeitig eine Tageskarte für die lokalen Bahnverbindungen. Der Preis von circa 5 Euro geht in Ordnung. Vom Bahnhof können in einem Büdchen schon Eintrittskarten gekauft werden.
Vor dem Start musste ich mich erst mal durch Menschenmassen wusseln, die auf den Weg kamen, auf den Weg wollten, auf die Züge warteten oder einfach nur in der Gegend rumstanden. Vom Bahnhof aus ist es nur ein kurzer Weg zum Start des Wanderweges. Die Strecke zwischen Riomaggiore und Manarola heißt auch Via dell Amore und der Weg ist so gut ausgebaut, daß ich gerade einmal eine halbe Stunde brauchte, um in Manarola anzukommen.
So einfach hatte ich mir den Weg nicht vorgestellt. Gepflasterte Wege, Tunnel in den Fels gemeißelt, die Landschaft zwar wunderschön, aber der Weg irgendwie zu glatt, zu wenig reizvoll. Der Blick auf Manarola entschädigt dann wieder. Durch den örtlichen Bahnhof gehend, komme ich in die Altstadt, eng und bunt liegt sie da.
Im Ort treffe ich meine Nachbarn vom Campingplatz, die hierhin auch einen Ausflug gemacht haben, allerdings mit dem Auto. Der Ort ist pralles italienisches Leben; Wäscheleinen, Mamas, spielende Kinder, Fischerboote, Pasta, Pizza und Eis und dazwischen ganz viele Wanderer.
In Riomaggiore hatte ich schon die Information erhalten, daß die Strecke zwischen Manarola und Corniglia wegen eines Erdrutsches F ist. Ein wenig sarkastisch denk ich, daß der wohl schon länger zurückliegen muß, den schon in einem Reiseführer mit einer Auflage aus 2001 ist diese Strecke schon zu.
Was soll es, auf Artistik beim Überklettern von Absperrungen, habe ich keine Lust, also nehme ich nach einer Besichtigung des Hafens von Manarola die Bahn nach Corniglia. Kaum 3 Minuten fährt der Zug, schon ist er da.
Der Bahnhof von Corniglia liegt unten am Meer und der Ort liegt 150 m höher oben auf dem Hügel. Auf die Bahnreisenden wartet am Bahnhof ein kleiner Pendelbus, der diejenigen, die sich in den Bus quetschen können, nach oben fährt. Alle anderen gehen die sepentinenartigen Treppen bei sengender Hitze in den Ort hoch. Oben angekommen entschädigt ein schöner Blick zurück auf Manarola für die Mühen.
Corniglia ist kleiner und noch enger als die anderen Cinque Terre Orte. Der Ort liegt auf einem wuchtigen Felsvorsprung hoch über dem Meer. Es ist der engste und kompakteste Ort hier an der Küste, da er einfach nicht genügend Platz und Freifläche hatte, um sich weiter auszudehnen. Das Flair ist nicht ganz so touristisch, wie beiden anderen Orten. An der einzigen Strasse durch den ganzen Ort, drängeln sich einige Lokale und Geschäfte, in der Mitte gibt es einen schattigen Dorfplatz, wo sich alles trifft.
Ich esse eine umwerfend leckere Pizza auf der Hand, die beste in meinem ganzen Urlaub: lockerer Teig, gut beleckt, würzig, einfach perfekt zubereitet. Weiter geht es am Eintrittshäuschen vorbei, auf den Wanderweg.
Endlich richtig wandern ! Keine gepflasterten Wege, keine sterilen Tunnel, sondern Landschaft pur. Der Weg startet an der Strasse, im Kassenhäuschen wird nach der Eintrittskarte gefragt und schon ist man im klassischen Landschaftsbild der Cinque Terre.
Fast zwei Stunden geht der Weg von Corniglia nach Vernazza. Schroff und eng windet sich der Weg entlang des Hanges. Zu Anfang hatte ich immer noch einen Blick zurück nach Corniglia. Später dann auf kleine Buchten mit winzigen Stränden oder einfach nur auf die Küste, die sich steil unten am Meer bricht. Der Weg war stellenweise eng und ging dicht am Hang entlang, die andere Seite steil nach unten gehend. Ein wenig schwindelfrei musste ich schon sein. Ich wanderte durch alte Olivenhaine, am Anfang auch entlang von terrassierten Feldern. Später dann nur noch auf engen Pfaden mit zum Teil jahrhundertealt ausgetretenen Treppenstufen.
Dadurch das Vernazza unten an der Küste liegt, ist der Weg durch einfach zu gehen. Unterwegs gibt es so gut wie keine Möglichkeit einzukehren. Wasser sollte man also genug mitnehmen, nicht direkt als ob man eine Sahara-Durchquerung machen will, aber so das es für zwei heisse Stunden mit lockerem Auf und Ab reicht.
Vernazza ist fast reine Perfektion. Alleine die Aussicht des Ortes von Corniglia kommend mit Meer und Landzunge im Hintergrund ist fast zu schön. Im Inneren gibt es dann alles was das touristische Herz bekehrt, kleine verwinkelte Gassen, bunte, eng stehende Häuser, ein Hafenbecken mit bunter Kulisse.
Nach ausführlichem Besichtigen entschied ich mich dafür, mit dem Schiff nach Monterosso zu fahren. Fast alle Orte entlang der Cinque Terre Küste sind mit einem durchaus guten Schiffsnetz miteinander verbunden. Die Schiffsfahrt mit einem kleinen Motorboot war so ein guter Ausklang, die Cinque Terre auch mal von der Wasserseite gesehen zu haben.
Monterosso gliedert sich in zwei Ortshälften, eine wo die Schiffe ankern und die Boote ankommen und die andere, in der der Strand ist und die typischen Liegeschirme aufgebaut sind. Das Wetter hatte sich zwischenzeitlich zugezogen, so daß mich das gute Wetter in Vernazza langsam verließ und in Monterosso die ersten Regentropfen ankamen.
Schön war es jetzt mit der Bahn in fünf Minuten wieder zurück nach Levanto fahren zu können. Der Regen begleitete mich tagsüber nur für eine viertel Stunde und ließ mich so noch einen Bummel durch Levanto machen. Nachts sollte es das einzige Mal in meinem Urlaub regnen, aber das war mir nach einem weinseligen Abendessen dann doch egal.
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Levanto - Riomaggiore - Manarola
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Bahnfahrt von Levanto nach Riomaggiore und Wanderung entlang der Via dell Amore von Riomaggiore nach Manarola |
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Corniglia - Vernazza
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Bilder von Corniglia und der Wanderung von Corniglia nach Vernazza |
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Vernazza - Monterosso
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Vernazza und Monterosso |
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